Aktion ECHO

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Archiv: Katholische Kirche

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Aktion ECHO: »Realitätsferne und Autoritätsverlust des Papstes«

Kritische Bilanz ein Jahr nach der Laien-Instruktion

Anrath, 13. November 1998. Als »eindrucksvollen Beweis für die Realitätsferne und den Autoritätsverlust des Papstes« hat die Aktion ECHO den Umgang mit der vor genau einem Jahr veröffentlichten »Laien-Instruktion« von Papst Johannes Paul II. bezeichnet. Die Initiative kritischer KatholikInnen in Anrath begrüßt ausdrücklich, daß in der Pfarre St. Johannes Anrath Seelsorger und Pfarrgemeinderat (PGR) an der bisherigen bewährten Praxis festhalten und die Anordnungen des Papstes stillschweigend ignorieren.

In der am 13. November 1997 im Vatikan veröffentlichten Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester wurde die Rolle der Laien in der Kirche in zahlreichen Vorschriften eingeschränkt und gegen den Klerus abgegrenzt: So dürfen nach der vom Papst in forma specifica approbierten Gesetzesvorschrift Laien nicht den Vorsitz im PGR übernehmen, nur in Ausnahmefällen (wegen der besonders zahlreichen Teilnahme von Gläubigen, nur im Fall tatsächlichen Fehlens von geweihten Antsträgern) die Kommunion austeilen, taufen oder beerdigen. »Die Instruktion degradiert Laien zu Lückenbüßern, die nur wegen des explodierenden Priestermangels Aushilfsjobs übernehmen dürfen«, kritisiert Aktion ECHO-Sprecher Thomas Wystrach, »der Papst setzt die Enteignung der Kirchenkompetenz der Laien unverfroren fort, als hätte es das Zweite Vatikanische Konzil nicht gegeben!«

»Obwohl der Papst ausdrücklich Partikulargesetze und geltendes Gewohnheitsrecht, die diesen Normen entgegenstehen (…) widerrufen hat, hat uns der PGR-Vorsitzende Nikolaus Görgen schriftlich zugesichtert, daß die Satzung der Pfarrgemeinderäte im Bistum Aachen weiterhin Grundlage für die Arbeit des PGR ist«, zeigt sich Thomas Wystrach erleichtert: »Wir begrüßen ausdrücklich, daß der PGR nach Aussage von Herrn Görgen ‘im Hören aufeinander die Zeichen der Zeit erkennen’ will. Die Aktion ECHO ist zu diesem Dialog bereit!«

Thomas Wystrach
Paul-Gerhardt-Str. 1
47877 Willich-Anrath
Telefon: 02156/3807
info@aktion-echo.de

+++ pressemitteilung +++

Anrather Pfarrgemeinde ignoriert »Laien-Instruktion«

Aktion ECHO begrüßt »kirchlichen Ungehorsam«

Anrath, 8. Dezember 1997. Als »ermutigendes Zeichen kirchlichen Ungehorsams« begrüßt die Aktion ECHO die Nichtbeachtung der päpstlichen »Laien-Instruktion« in der Anrather Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist. Die Initiative kritischer KatholikInnen sei »erleichtert, daß viele Vorschriften der vor drei Wochen (13.11.1997) veröffentlichten Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester in Anrath offen ignoriert werden«, so Aktion ECHO-Sprecher Thomas Wystrach.

Gemäß der erst im Frühjahr 1997 erlassenen Satzung der Pfarrgemeinderäte (PGR) im Bistum Aachen hat der Anrather PGR am 8. Dezember 1997 mit Nikolaus Görgen einen Laien zum Vorsitzenden gewählt, im eindeutigen Widerspruch zur päpstlichen Laien-Instruktion, nach der »der Vorsitz der pfarrlichen Räte dem Pfarrer zusteht«. Laut Instruktion »sind Entscheidungen, die von einem nicht unter dem Vorsitz des Pfarrers oder gegen ihn versammelten Rat gefällt wurden, ungültig und deshalb als nichtig zu betrachten«. Die bisher gültigen Bestimmungen und die bewährte Praxis im Bistum Aachen werden ausdrücklich als »Partikulargesetze und geltendes Gewohnheitsrecht, die diesen Normen entgegenstehen, sowie etwaige Befugnisse, die der Heilige Stuhl oder irgendeine andere ihm untergebene Autorität ‘ad experimentum’ gewährt hat, widerrufen«.

Gegen das ausdrückliche Verbot des Papstes hält die Anrather Pfarrgemeinde am »gewohnheitsmäßigen Einsatz von außerordentlichen Kommunionspendern (d.h. Laien) in der heiligen Messe« fest. Auch der Brauch des »Kommunionempfang(s) der Kommunionspender, als ob sie Konzelebranten wären«, nämlich gemeinsam mit und nicht erst nach dem Priester, wird beibehalten. »Offensichtlich wollen die Anrather Seelsorger – im Gegensatz zu den römischen Bürokraten – das jahrelange ehrenamtliche Engagement der Laien nicht auf’s Spiel setzen«, vermutet Wystrach. »Die derzeitige Beschwichtigungstaktik der deutschen Bischöfe muß ein Ende haben; die Oberhirten, die sich ‘Nachfolger der Apostel’ nennen, müssen dem Papst ‘ins Angesicht widerstehen’, wie einst Paulus dem Petrus (Brief an die Galater 2, 11 ff.)!«, fordert die Aktion ECHO.

Thomas Wystrach
Paul-Gerhardt-Str. 1
47877 Willich-Anrath
Telefon: 02156/3807
info@aktion-echo.de

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Aktion ECHO: »Laien werden zu Lückenbüßern degradiert«

Aufruf zum Widerstand gegen Instruktion des Vatikans

Anrath, 15. November 1997. Als »Ohrfeige für die Laien und Entmutigung für ihr kirchliches Engagement« hat die Aktion ECHO die am 13. November 1997 im Vatikan veröffentlichte »Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester« bezeichnet. In dem der Initiative kritischer KatholikInnen in St. Johannes Anrath vorliegenden, vom Papst unterzeichneten Schreiben wird den Laien jede eigenverantwortliche Tätigkeit verboten und die Entscheidungsgewalt ausschließlich den geweihten Priestern vorbehalten.

»Offensichtlich ist die Mitarbeit von uns Laien in der Kirche nur aufgrund des gravierenden Priestermangels geduldet«, so Aktion ECHO-Sprecher Thomas Wystrach. »Es ist jedoch unerträglich, wie hier die vielen engagierten Laien, z.B. KatechetInnen, KommunionhelferInnen, GemeindereferentInnen und PastoralassistentInnen zu Lückenbüßern degradiert werden!«

Nur drei Wochen nach den Neuwahlen wird den Pfarrgemeinderatsmitgliedern die in der Satzung garantierte »Teilhabe an der Gemeindeleitung« schon wieder genommen: Laut Instruktion haben alle pfarrlichen Räte »nur beratendes Stimmrecht; sie können in keiner Weise zu Entscheidungsorganen werden, der Vorsitz steht dem Pfarrer zu«.

Ausdrücklich wird auch der »gewohnheitsmäßige Einsatz« von Laien als KommunionhelferInnen verboten. »Diese abstrusen Vorschriften offenbaren die völlige Entfremdung der Kirchenleitung vom alltäglichen Leben in der Basis«, so Wystrach, »ihre praktische Anwendung würde zum Zusammenbruch der Gemeinden führen«. Die Aktion ECHO schließt sich daher dem Aufruf des Zentralkomitees der deutschen Katholiken an, den »rückwärts gewandten Bestimmungen der Instruktion zu widerstehen«.

Thomas Wystrach
Paul-Gerhardt-Str. 1
47877 Willich-Anrath
Telefon: 02156/3807
info@aktion-echo.de

Referentinnen: Marlis Krause, Hildegard Streckel und Hildegard Vuskans, Beratungsstelle »Rat und Hilfe« des SkF Viersen

Referent: Rolf Sevenich, Büro für Tagebau-Betroffene


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